Elijah Hughes hat seinen Vertrag bei den MHP RIESEN Ludwigsburg bis 2027 verlängert. Zur Feier des Tages möchte ich mit dem heutigen Beitrag seine Stärken/Schwächen und seinen Fit im neuen System besprechen.

Statistiken:
SaisonTeamSpieleMINPTSREBASTFG%3%STLTO
24-25Cleveland Charge4627.814.73.81.738.733.70.81.8
24-25Río Breogán79.92.40.60.317.215.80.30.3
25-26Ludwigsburg3323.613.83.40.940.036.20.61.2
25-26Gigantes de Carolina411.34.810.537.530.800.5
Ein Überblick über die Defensive

Zunächst einmal muss man sagen, dass Elijah in der Offensive seine Stärken hat. Ich würde seine Defensive nun nicht unbedingt hervorheben, auch wenn seine defensiven Werte in der vergangenen Saison wirklich in Ordnung waren.

Beginnen wir doch bei dem von mir so geliebten Defensiv-Rating. Hierbei ist es wichtig, den Wert nicht als absolut zu interpretieren, sondern diesen richtig ins Verhältnis zu setzen. So lagen die MHP RIESEN Ludwigsburg in der vergangenen Saison bei einem Defensiv-Rating von 108.7, Elijah Hughes als einzelner Spieler bei 104.5. Dies ermöglicht es uns abzuleiten, dass die Defensive der RIESEN in der vergangenen Saison mit Hughes besser war als ohne jenen.

Das Defensiv-Rating unterstreicht jedoch nicht allein die gute Defensive von Elijah in der vergangenen Saison. So finden sich zwei weitere Werte, welche es hervorzuheben gilt, die allerdings zusammenhängen. So war die Feldwurfquote eines Gegners schwächer mit Hughes auf dem Feld als ohne ihn. Sowohl in den erweiterten Wurfstatistiken als auch in den absoluten Wurfquoten trifft der Gegner mit unserer Nummer 7 auf dem Feld unterdurchschnittlich. Beträgt die effektive Fieldgoal-Quote unserer Gegner durchschnittlich 50.6 %, verringert sich die Quote mit Elijah auf 48.5 %. Damit waren lediglich Terell Harris und Simon Feneberg, beide hatten nur geringere Einsätze, in dieser Statistik besser.

In weiteren defensiven Kategorien wie Steals, Blocks und Rebounds ist Elijah Hughes für seine Position und seine Größe absolut im Durchschnitt. Hier gibt es weder einen Wert, welcher absolut herausragend ist, noch einen Wert, der die defensive Leistung ins Negative zieht. Die Statistik-Plattform „3steps“ gibt für die Defensive eine sehr gute Wertung, mit welcher er unter den Top 20 % der Liga lag.

Der offensive Input im Detail

Die Offensive im Basketball ist so vielfältig und kann so schön sein. Selbes kann für Statistiken gelten. Im Basketball gibt es mittlerweile eine große Bandbreite an Statistiken und erweiterten Statistiken, welche sehr viel aussagen können. Schauen wir uns beispielsweise mal die Usage-Rate an. Dieser Wert lag bei Hughes in der vergangenen Saison bei 23.3. Dies bedeutet, dass 23.3 % aller Angriffe ihr Ende bei ihm fanden (Wurf, Turnover, Foul). Fast jeder 4. Angriff fand demnach sein Ende bei unserem Forward, nur Stef Smith (27.6), Babacar Sane (25.4) und Tray Buchanan (23.7) hatten eine höhere Usage-Rate. Dies zeigt in erster Linie, dass viele Angriffe ihr Ende bei Elijah fanden. Dieser Wert ist ohne weitere Werte erst einmal neutral zu betrachten, zeigt aber die Wichtigkeit in der Offensive. Um daraus mehr herauszulesen, setzen wir die Zahl wieder in einen Kontext. Mit dieser Usage-Rate war er unter allen Spielern mit mindesten 15 Spielen (nur Spieler zwischen 1.95 m und 2.01 m wurden beachtet) auf dem 6. Platz, während sein True-Shooting und die effektive Feldwurfquote im Mittelfeld sind. Dies ist in Ordnung, mit einer besseren Wurfauswahl, welche zu besseren Werten führt, können diese Werte in der kommenden Saison noch deutlich steigen. In der vergangenen Saison musste Hughes viele Würfe im 1v1 nehmen, bei welchen der Verteidiger die Hand in seinem Gesicht hatte. Sollte er dementsprechend, wie vermutet, in der kommenden Saison öfter einmal einen freien Wurf bekommen und aus dem Catch & Shoot agieren können, wie es in einem spanischen Basketballsystem vorkommen sollte, kann Elijah Hughes in der Offensive eine absolute Waffe werden.

Bereits in der vergangenen Saison war sein Einfluss auf die Offensive positiv. So lag sein persönliches Offensiv-Rating bei 109.2, während das Team-Rating bei schwachen 105.9 lag.

Ein weiterer Wert, welchen ich hervorheben möchte, ist die Turnover-Quote. Diese lag bei 8.6 % und ist unter vergleichbaren Spielern (die Bedingungen habe ich bereits vorhin erwähnt) auf dem 4. Rang zu finden. Dementsprechend verursachte Hughes sehr wenige Turnover, obwohl wir in der vergangenen Saison ein Team hatten, welches unfassbar viele Turnover fabrizierte.

Über die Assistquote hingegen müssen wir nicht sprechen, da diese im untersten Drittel lag. Genau dieser Wert zeigt uns allerdings auch, dass Statistiken viel sind, allerdings nicht alles. So muss man berücksichtigen, dass Hughes immer und immer wieder Würfe in letzter Sekunde bekam und dementsprechend ein Weiterleiten des Balls nicht möglich war. Über den Offensiv-Rebound müssen wir keine großen Worte verlieren. Hier gibt es definitiv einiges an Verbesserungsbedarf.

Die Wurfauswahl von Hughes ist ein weiterer Punkt, auf welchen ich eingehen möchte. Zum einen fällt direkt die Wurfverteilung auf. So nahm Hughes 3.8 Zweipunktewürfe, allerdings auch 7.7 Dreipunktewürfe pro Spiel. Demnach sind 2/3 seiner Würfe aus der Distanz, welche er mit 36.2 % getroffen hatte. Gehen wir noch weiter ins Detail, sieht man, dass Würfe aus rechter Position am schwächsten getroffen wurden, während er von links die meisten Dreier versenken konnte.

PositionLinksZentralRechts
Fieldgoals38/9722/5932/98
Fieldgoals%39.237.332.7

Um die Statistik zu vervollständigen, noch ein kurzer Überblick über seine Versuche aus dem Zweipunktebereich:

PositionLinksZentralRechts
Fieldgoals13/2937/6610/31
Fieldgoals%44.856.132.3

Auch hier sieht man, dass er sich auf der rechten Courtseite weniger wohl fühlt.

Offseason in Puerto Rico

Am 27.05.2026 wurde verkündet, dass Hughes für die Offseason nach Puerto Rico wechselt. Dort lief es nicht gut für ihn.

SpieleMinutenPTSREBAST2er%3%TOVORTGDRTG
411.34.81.00.566.730.80.5109.4123.3

So wurde er für den verletzten Topspieler Hunter Tyson verpflichtet. Am 10.06.2026 absolvierte Hughes sein letztes Spiel, nachdem Tyson wieder fit war. In seinen wenigen Einsätzen konnte sich Hughes somit nur bedingt auszeichnen. So scorte er in seinen ersten beiden Spielen 10 und 9 Punkte, traf dabei allerdings 1/7 sowie 3/5 Dreiern. Anschließend wurde seine Rolle noch einmal reduziert und mit Rückkehr von Tyson komplett aus dem Kader gestrichen. In Puerto Rico dürfen nach der aktuellen Regelung nur 3 Imports im Kader stehen, weshalb für Hughes kein Platz mehr war.

Somit war es mit Sicherheit eine interessante Erfahrung; nicht mehr, allerdings auch nicht weniger.

Meine Meinung zur Verlängerung

Ich war in der vergangenen Saison kein Fan von Elijah Hughes, dies lag allerdings vor allem daran, dass wir als Team unfassbar viele unnötige und schlechte Würfe genommen haben. Jetzt kommt mit Carles Durán ein neuer Trainer, welcher eine neue Offensive implementieren wollen wird. Wenn ich mir vorstelle, wie ein Elijah Hughes in einem spanisch geprägten Spielsystem funktionieren kann, in welchem er regelmäßig freie Würfe erhält, kann das richtig gut werden. Ich bin gespannt, wie es in der nächsten Saison defensiv bei ihm weiter geht, ob die guten Grundlagen genutzt werden können und ob er sich beim Thema Passspiel entwickeln kann. Sollte er dies schaffen, kann Hughes in der kommenden Saison ein absoluter Topspieler werden. Er muss sich eben beim Passspiel definitiv verbessern. Interessant wird es allerdings auch unter dem Korb. Durán möchte den Rebound definieren, dies ist nicht unbedingt die Stärke von Elijah Hughes. So bietet diese Verlängerung ein riesiges Potenzial und nur sanfte Risiken.

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